• Handwerksmuseum

Handwerksmuseum

Die Familie Drexler in Arrach möchte gerne die Zeit des alten Handwerks unvergessen machen und präsentiert häufig verbreitete, heimische Handwerksberufe wie etwa Schuster, Drechsler, Besenbinder, Zimmermann, Zündholzhobler, Holzhauer, Schreiner, Schmied, Fassbinder, Wagner, Schnapsbrenner, Sattler, Schlosser uvm.

Lassen Sie sich während eines Besuches in "die gute alte Zeit" zurückversetzen.

Öffnungszeiten:

Mo. - Sa. von 09 - 18 Uhr
Sonntags von 11 - 18 Uhr
Eintritt frei!!

Dienstags um 14.00 Uhr Führung im Museum.


Ausstellung

Sie soll nicht vergessen sein, die gute alte Zeit des Handwerks. Viele tausend Jahre hindurch versorgten Handwerker die Menschen. Schon in China vor 5000 Jahren und später in Ägypten sorgten verschiedene Handwerksberufe für das Wohl der Einwohner.

In gewisser Weise war das Handwerk ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur heutigen Industrialisierung und Automatisierung.

Viele Museen im In- und Ausland dokumentieren diesen aufschlussreichen Werdegang der Entwicklung. Auch die Familie Drexler, Arrach möchte gerne diese Zeit des alten Handwerks unvergessen machen und präsentiert in neuen Räumen häufig verbreitete heimische Handwerksberufe wie etwa Schuster, Drechsler, Besenbinder, Zimmermann, Zündholzhobler, Holzhauer, Schreiner, Schmied, Fassbinder, Wagner, Schnapsbrenner, Sattler, Schlosser und viele mehr. Der üppige vorhandene Werkstoff Holz aus hiesigen Wäldern spiele dabei eine zentrale Rolle.

Mehr als 2000 Exponate, Geräte und Maschinen wurden gesammelt und hier im Museum integriert.

Die Bauernstube

Urig eingerichtet ist die Bauernstube aus dem 19. Jahrhundert, die früher vielseitig genutzt wurde, zum Beispiel zum Herstellen von Holzschuhen, zum Besenbinden oder Rechenmachen. In der Stube sind verschiedene Gefäße, altes Geschirr, ein Ofen, Spinnrad, der Herrgottswinkel, Butterfass, ja sogar ein echter Kienspanhalter.

Der Schuster

Auch im Bayerischen Wald kam der Schuster nicht selten ins Haus. In der Regel benötigte er für ein Paar neue Schuhe die Arbeit eines Tages. Die Schuhe hielten viele Jahre und wurden oft von den älteren Familienmitgliedern and die Jüngeren weitergegeben.
Die Anfertigung eines Paars Schuhe begann mit dem Vermessen beider Füße mit Hilfe einer Schieblehre oder einem Bandmaß. Danach wurden passende Leisten gesucht, die jeder Schuhmacher in vielen Größen und Spezialausführungen (z.B. für Füße mit außerordentlich hohem Rist) besaß.
Als erstes wurden die Schäfte gefertigt. Nach den vorliegenden Maßen schnitt man die einzelnen Teile zu und vernähte sie miteinander. Dann wurde das Oberleder verbunden. Während heute nahezu ausschließlich geklebt wird, nagelte man früher vor allem. Das Nähen war äußerst schwierig und erforderte viel Zeit. Die Fertigstellung der Schuhe erfolgt mit dem letzten beschneiden, schleifen und ausputzen. Die Nähmaschine taucht in der Schusterwerkstatt erst kurz vor 1900 auf, die Schleifmaschine – zunächst ebenfalls mit Fußantrieb – gar erst nach 1900. Klebepressen werden ab ca. 1920 in den Werkstätten verwendet.

Der Schmied

Im Mittelalter teilte sich das Schmiedehandwerk in Grobschmiede und Feinschmiede. Die Grobschmiede waren Hufschmiede, Sichel-, Dengel-, und Waffenschmiede.

Aus den Feinschmieden entwickelte sich das Schlosserhandwerk mit allen seinen Zweigen, zu denen sogar die Uhrmacher gehörten. Später ging die Spezialisierung weiter. Im Bayerischen Wald gab es diese Spezialisierung nicht. Der Mann, der die schönen Grabkreuze schuf, den Dreifuß für den Herd und den eisernen Spanhalter, der konnte auch ein Hufeisen formen,
Hacken und Schaufeln schmieden und Möbelschläge. Er war zugleich Schlosser und Mechaniker- und er war ein Künstler.

Der Schreiner

Noch vor wenigen Jahrzehnten stellten die Schreiner ohne Maschinen Meisterarbeiten her. Schreinerholz wurde nur in den Wintermonaten Dezember bis Januar abgearbeitet und bis zehn Jahre gelagert.

Ältestes Möbelstück im Bauernhaus ist die Truhe. Jahrhunderte stand sie im Bauernhof. Später kamen die Schränke hinzu und zu den früher allein gebräuchlichen Bänke die Stühle.

Aus der Werkstatt des Schreiners kam auch das Kastenbett, die Wiege, der Tisch und der Schüsselkorb.

Der Drechsler

Mit Hilfe von Drehröhren, Drehmeißeln, Dreheisen und Bohrwerkzeugen wurden auf dem seit Altertum bekannten Fideldrehstuhl, auf der im 13. Jahrhundert erfundenen Wippdrehbank, der später im 18. Jahrhundert gebräuchlichen Fußdrehbank mit Kurbel und Schwungrad Utensillien aus Holz gedrechselt: für den Haushalt (z.B. Becher, Teller, Schlüsseln, Büchsen, Stühle, Schemel, Spinnräder und Kerzenleuchter), für den handwerklichen und bäuerlichen Bereich (z.B. Werkzeugteile oder komplette Handwerksgeräte, Faßhähne, Drehteile für Möbelschreiner, Gerätestiele, Eggen etc.), sowie kunsthandwerkliche Produkte (wie Pfeifen und Musikinstrumente).

Der Zimmermann

Der Zimmermann zählt zu den ältesten Handwerksberufen. Herrliche Zimmermannsarbeit ist heute nach an so manchen Baudenkmal, wie z.B. an Kirchenzwiebeltürmen, Glockenstühlen, Fachwerkbauten usw. zu bewundern. Beim Hausbau errichtete der Zimmermann das hölzerne Rahmen- und Ständerwerk sowie den Dachstuhl. Die Balken wurden vor Ort auf der Baustelle grob mit Zurichtaxt, Beilen und Dechseln aus den Baumstämmen geschlagen, wobei aus den runden und rechteckigen Querschnitt wurde und Bundbalken, Schwellen und Dachspannen durch Hauen und Sägen entstanden. Das Bohren der hölzernen Brunnenrohre war ebenfalls Arbeit der Zimmerer. Im Bayerischen Wald verlegte man vereinzelt noch nach dem zweiten Weltkrieg Holzrohre.